Was headless technisch bedeutet
Ein normaler Shopify-Shop besteht aus zwei Teilen in einem: Shopify verwaltet Produkte, Bestellungen und Zahlungen — und liefert zugleich die Seiten aus, über ein Theme.
Headless trennt das. Shopify bleibt im Hintergrund, aber die sichtbare Seite ist eine eigenständige Anwendung, die sich die Daten über die Storefront-API holt. Das Theme entfällt vollständig.
Der Checkout bleibt dabei in aller Regel bei Shopify. Das ist kein Nachteil, sondern der Grund, warum Zahlungen und Steuern weiter funktionieren.
Hydrogen und Oxygen
Hydrogen ist Shopifys eigener Baukasten für solche Anwendungen, aufgebaut auf React. Er bringt fertige Bausteine für Warenkorb, Produktseiten und Navigation mit, damit nicht jedes Projekt bei null beginnt.
Oxygen ist das dazugehörige Hosting von Shopify. Man ist nicht daran gebunden — eine Hydrogen-Anwendung läuft auch anderswo — aber die Kombination ist der vorgesehene Weg.
Die Gründe, die tragen
Drei Fälle rechtfertigen den Aufwand nach unserer Erfahrung:
- Die Oberfläche ist das Produkt — Konfiguratoren, Rechner, aufwendige Auswahlstrecken, die sich in einem Theme nicht abbilden lassen.
- Ein Auftritt, viele Quellen — der Shop ist nur ein Teil einer größeren Anwendung, die Inhalte aus mehreren Systemen zusammenführt.
- Ein bestehendes Frontend soll bleiben, und Shopify kommt als Handelsmotor dahinter.
Warum Geschwindigkeit selten der richtige Grund ist
Langsame Shops sind fast nie langsam, weil sie ein Theme benutzen. Sie sind langsam wegen unkomprimierter Bilder, wegen einem Dutzend Apps, die jeweils eigene Skripte laden, und wegen Schriften von fremden Servern.
Diese drei Ursachen verschwinden nicht durch headless — sie wandern nur mit. Wer die Ladezeit verbessern will, räumt zuerst das Theme auf. Das kostet einen Bruchteil und wirkt sofort.
Was headless dauerhaft kostet
Der Aufbau ist das eine. Teurer ist, was danach kommt: Im Theme ist eine neue Seitenvorlage eine Einstellung, headless ist sie eine Entwicklungsaufgabe. Dasselbe gilt für jede Änderung an Navigation, Aktionsbannern oder Produktdarstellung.
Dazu kommt, dass viele Apps aus dem App Store nicht mehr greifen, weil sie sich ins Theme einhängen. Was sie leisten, muss dann selbst gebaut werden.
Rechnen Sie deshalb nicht das Projekt, sondern die nächsten drei Jahre. Wer im Monat mehrere Änderungen an der Oberfläche braucht, zahlt headless deutlich drauf.
Der mittlere Weg
Zwischen Theme und headless liegt mehr, als die Entweder-oder-Frage vermuten lässt. Ein aufgeräumtes Theme mit sauber gebauten Abschnitten trägt sehr weit, und für einzelne Sonderfälle lässt sich eine eigene App ergänzen.
Wir schlagen headless deshalb erst vor, wenn einer der drei tragenden Gründe vorliegt. Sonst bauen wir das Theme so, dass es schnell ist — und sparen Ihnen die laufenden Kosten.