Firmen statt Einzelkunden
Der zentrale Unterschied: Im B2B-Modus verwaltet Shopify Unternehmen, nicht Personen. Ein Unternehmen kann mehrere Einkäufer haben, die sich einzeln anmelden, aber dieselben Konditionen und Adressen nutzen.
Das klingt nach einem Detail und ist der Kern. Damit lässt sich beantworten, was im Endkundenshop keinen Sinn ergibt: Welcher Mitarbeiter darf bestellen, bis zu welchem Betrag, und auf welche Rechnung läuft das.
Preislisten: der eigentliche Hebel
Statt eines Shoppreises hinterlegen Sie Kataloge mit eigenen Preisen und ordnen sie Firmen zu. Ein Stammkunde sieht andere Preise als ein Neukunde, ohne dass Sie zwei Shops brauchen.
Dazu kommen Mengenstaffeln und Mindestabnahmen je Produkt. Wer ab fünfzig Stück einen anderen Preis bekommt, muss das nicht mehr per Angebot abwickeln.
- Eigener Katalog je Firma oder Firmengruppe
- Feste Preise oder prozentualer Abschlag auf den Listenpreis
- Mengenstaffeln und Mindestbestellmengen je Artikel
- Eigene Währung je Firma bei Auslandskunden
Zahlungsziele und Bestellung auf Rechnung
Geschäftskunden zahlen selten per Kreditkarte im Checkout. Shopify kann Zahlungsbedingungen je Firma hinterlegen — etwa Zahlung innerhalb von dreißig Tagen.
Für die Buchhaltung heißt das: Die Rechnung entsteht bei Bestellung, der Geldeingang kommt später. Wer beides automatisch verbucht haben will, braucht eine Anbindung, die diesen Unterschied kennt. Wie das mit sevdesk oder Lexware Office läuft, steht im Buchhaltungs-Leitfaden.
Was auf der B2B-Rechnung anders ist
Zwei Punkte kommen im B2B dazu, die es im Endkundengeschäft nicht gibt. Bei Lieferungen an Unternehmen im EU-Ausland mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer geht die Steuerschuld auf den Empfänger über — die Rechnung wird dann ohne Steuer und mit Hinweis ausgestellt. Details dazu im Beitrag Reverse-Charge bei Shopify-B2B-Verkäufen.
Und seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B empfangen können. Was das konkret heißt und bis wann, steht im Beitrag zur E-Rechnungspflicht.
Woran die Einrichtung meistens hängt
Nicht an Shopify. In fast allen Projekten liegt der Engpass davor: Die Konditionen sind gewachsen, stehen in Köpfen oder in einer Tabelle, und niemand kann sie vollständig benennen.
Bevor irgendetwas eingerichtet wird, brauchen Sie deshalb drei Listen: welche Kundengruppen es gibt, welchen Preis oder Abschlag jede bekommt, und welche Zahlungsbedingungen gelten. Das ist Kaufmannsarbeit, keine Technik — aber ohne sie wird der Shop nicht fertig.
Wann eine eigene App dazukommt
Der Standardumfang deckt viel ab. Eigene Entwicklung lohnt sich, wenn Ihre Konditionen Regeln folgen, die Shopify nicht kennt — Preise abhängig von der Jahresmenge, Freigaben über einem Betrag, oder ein Katalog, der aus der Warenwirtschaft kommt.
Dann bauen wir eine App, die genau diese Regel abbildet, statt sie in Preislisten nachzubauen und dauerhaft von Hand zu pflegen.