Entwicklung

Shopify B2B einrichten: Firmenkonten, Preislisten, Zahlungsziele

16. September 2026 · 6 Min. · zrapp.group

Ein Shop für Geschäftskunden ist kein Shop mit anderen Preisen. Er braucht Firmen statt Einzelkunden, eigene Konditionen je Kunde und Abläufe, die ein Einkäufer erwartet — Bestellung auf Rechnung, Mengenstaffeln, wiederkehrende Bestellungen. Shopify bringt das mit. Dieser Beitrag zeigt, wie die Teile zusammenspielen und woran die Einrichtung in der Praxis hängt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Shopify B2B arbeitet mit Firmen statt Einzelkunden: Ein Unternehmen hat mehrere Einkäufer, eine Lieferadresse und eigene Konditionen.
  • Preislisten je Firma ersetzen den einen Shoppreis — inklusive Mengenstaffeln und eigener Währung.
  • Die Einrichtung scheitert selten an der Technik, sondern an unklaren Konditionen: Wer bekommt welchen Preis, und warum.
  • B2B gehört zu Shopify Plus. Welche weiteren Tarife es mitbringen, ändert Shopify regelmäßig — vor der Entscheidung prüfen.

Firmen statt Einzelkunden

Der zentrale Unterschied: Im B2B-Modus verwaltet Shopify Unternehmen, nicht Personen. Ein Unternehmen kann mehrere Einkäufer haben, die sich einzeln anmelden, aber dieselben Konditionen und Adressen nutzen.

Das klingt nach einem Detail und ist der Kern. Damit lässt sich beantworten, was im Endkundenshop keinen Sinn ergibt: Welcher Mitarbeiter darf bestellen, bis zu welchem Betrag, und auf welche Rechnung läuft das.

Preislisten: der eigentliche Hebel

Statt eines Shoppreises hinterlegen Sie Kataloge mit eigenen Preisen und ordnen sie Firmen zu. Ein Stammkunde sieht andere Preise als ein Neukunde, ohne dass Sie zwei Shops brauchen.

Dazu kommen Mengenstaffeln und Mindestabnahmen je Produkt. Wer ab fünfzig Stück einen anderen Preis bekommt, muss das nicht mehr per Angebot abwickeln.

  • Eigener Katalog je Firma oder Firmengruppe
  • Feste Preise oder prozentualer Abschlag auf den Listenpreis
  • Mengenstaffeln und Mindestbestellmengen je Artikel
  • Eigene Währung je Firma bei Auslandskunden

Zahlungsziele und Bestellung auf Rechnung

Geschäftskunden zahlen selten per Kreditkarte im Checkout. Shopify kann Zahlungsbedingungen je Firma hinterlegen — etwa Zahlung innerhalb von dreißig Tagen.

Für die Buchhaltung heißt das: Die Rechnung entsteht bei Bestellung, der Geldeingang kommt später. Wer beides automatisch verbucht haben will, braucht eine Anbindung, die diesen Unterschied kennt. Wie das mit sevdesk oder Lexware Office läuft, steht im Buchhaltungs-Leitfaden.

Was auf der B2B-Rechnung anders ist

Zwei Punkte kommen im B2B dazu, die es im Endkundengeschäft nicht gibt. Bei Lieferungen an Unternehmen im EU-Ausland mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer geht die Steuerschuld auf den Empfänger über — die Rechnung wird dann ohne Steuer und mit Hinweis ausgestellt. Details dazu im Beitrag Reverse-Charge bei Shopify-B2B-Verkäufen.

Und seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B empfangen können. Was das konkret heißt und bis wann, steht im Beitrag zur E-Rechnungspflicht.

Woran die Einrichtung meistens hängt

Nicht an Shopify. In fast allen Projekten liegt der Engpass davor: Die Konditionen sind gewachsen, stehen in Köpfen oder in einer Tabelle, und niemand kann sie vollständig benennen.

Bevor irgendetwas eingerichtet wird, brauchen Sie deshalb drei Listen: welche Kundengruppen es gibt, welchen Preis oder Abschlag jede bekommt, und welche Zahlungsbedingungen gelten. Das ist Kaufmannsarbeit, keine Technik — aber ohne sie wird der Shop nicht fertig.

Wann eine eigene App dazukommt

Der Standardumfang deckt viel ab. Eigene Entwicklung lohnt sich, wenn Ihre Konditionen Regeln folgen, die Shopify nicht kennt — Preise abhängig von der Jahresmenge, Freigaben über einem Betrag, oder ein Katalog, der aus der Warenwirtschaft kommt.

Dann bauen wir eine App, die genau diese Regel abbildet, statt sie in Preislisten nachzubauen und dauerhaft von Hand zu pflegen.

Quellen und Prüfstand

Produktfunktionen wurden mit dem aktuellen zrapp-Code abgeglichen. Steuerliche Aussagen ersetzen keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Brauche ich für B2B Shopify Plus?

B2B gehört zum Funktionsumfang von Shopify Plus. Welche weiteren Tarife B2B-Funktionen mitbringen, ändert Shopify regelmäßig — das gehört vor der Entscheidung geprüft.

Kann ein Shop B2B und Endkunden gleichzeitig bedienen?

Ja. Geschäftskunden melden sich an und sehen ihre Konditionen, alle anderen kaufen zu Listenpreisen. Wichtig ist, dass Netto- und Bruttodarstellung sauber getrennt sind.

Wie kommen die Preise aus unserer Warenwirtschaft in den Shop?

Über eine Schnittstelle. Das ist der häufigste Grund für eigene Entwicklung im B2B — sonst pflegt jemand dieselben Preise zweimal.

Können Einkäufer auf Rechnung bestellen?

Ja, über Zahlungsbedingungen je Firma. Die Buchhaltung muss dann zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang unterscheiden können.

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B2B-Shop aufbauen oder umbauen?

Wir schauen uns Ihre Konditionen an und sagen, was der Standard abdeckt und wofür es Entwicklung braucht.

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