Integration

Shopify mit sevdesk verbinden

10. Juni 2026 · 9 Min. · zrapp.group · Aktualisiert 16. September 2026

Shopify kennt Bestellungen, sevdesk kennt Belege. Dazwischen liegt eine Reihe von Entscheidungen, die jemand treffen muss: Ab wann gilt eine Bestellung als abgeschlossen, welcher Steuerfall greift, was passiert bei einer Erstattung. Dieser Beitrag beschreibt, wie zrapp diese Entscheidungen trifft — und wo es Fälle gibt, die weiterhin bei dir und deiner Steuerberatung bleiben.

Transparenzhinweis: zrapp.group entwickelt zrapp. Dieser Beitrag beschreibt, wie die eigene App Shopify und sevdesk verbindet, und benennt auch die Grenzen dieser Verbindung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nicht jede Bestellung erzeugt einen Beleg: Erst der Zahlungseingang löst die Übertragung aus. `orders/create` und `orders/updated` allein reichen nicht.
  • Der Steuerfall wird in einer festen Reihenfolge bestimmt — Kleinunternehmer schlägt Reverse-Charge, Reverse-Charge schlägt die Standardregeln.
  • Nach jedem Beleg schreibt zrapp Belegnummer, Status und Zeitstempel als Metafelder an die Shopify-Bestellung zurück.
  • Bei einer Erstattung entsteht eine Gutschrift über den vollen Rechnungsbetrag — Teilerstattungen musst du in sevdesk nacharbeiten.

Was übertragen wird

Für jede übertragene Bestellung entsteht in sevdesk ein Beleg, der die Shopify-Daten strukturiert abbildet: Kontaktdaten des Käufers, die einzelnen Positionen mit Menge und Einzelpreis, Versandkosten als eigene Position, Rabatte und die zugeordneten Steuersätze.

Die Belegreferenz enthält die Shopify-Bestellnummer. Damit lässt sich jeder Beleg in sevdesk eindeutig einer Bestellung zuordnen — die Voraussetzung dafür, dass deine Steuerberatung Auszahlungen und Einzelbelege abgleichen kann.

Wann eine Rechnung entsteht

Erst der Zahlungseingang löst die Übertragung aus. Das ist eine bewusste Entscheidung: Eine Bestellung, die angelegt und nie bezahlt wird, soll keinen Beleg erzeugen, der anschließend storniert werden muss.

Praktisch heißt das: Integration, Abrechnung und Automatisierung müssen aktiv sein, dann überträgt zrapp bezahlte Bestellungen über den Paid-Flow. Wer lieber kontrolliert, lässt die Automatik aus und überträgt einzelne Bestellungen von Hand aus dem Dashboard.

Wie der Steuerfall bestimmt wird

Welcher Steuerfall auf einem Beleg landet, entscheidet zrapp in einer festen Reihenfolge — von der spezifischsten zur allgemeinsten Regel. Grundlage sind deine Konfiguration, das Lieferland und die Daten, die in der Bestellung stehen.

Ein Beispiel für die Reihenfolge: Ein Kleinunternehmer-Shop verkauft an ein französisches Unternehmen mit USt-IdNr. Es greift Priorität 0, nicht Reverse-Charge — der Beleg entsteht mit § 19-Hinweis, weil die Kleinunternehmer-Konfiguration Vorrang hat.

Die Zuordnung ist ein technischer Vorgang auf Basis deiner Angaben. Fehlende oder widersprüchliche Daten und steuerliche Sonderfälle bleiben Prüffälle. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung; Stand ist September 2026.

  • Priorität 0 — Kleinunternehmer: Ist zrapp als Kleinunternehmer konfiguriert, entstehen alle Belege ohne Umsatzsteuer und mit Hinweis auf § 19 UStG. Diese Regel schlägt alle anderen.
  • Priorität 1 — Reverse-Charge: Liegt in den Bestelldaten eine EU-USt-IdNr. des Geschäftskunden vor, wird die Bestellung als innergemeinschaftliche Leistung ohne Umsatzsteuer behandelt.
  • Priorität 2 — Standardregeln: Lieferung nach Deutschland mit deutscher Umsatzsteuer, EU-Privatkunden je nach OSS-Konfiguration, Drittland ohne Umsatzsteuer.
  • Priorität 3 — Rückfall: Greift keine der Regeln eindeutig, bleibt die Bestellung ein Prüffall und wird nicht stillschweigend mit einem geratenen Steuersatz übertragen.

Einrichtung Schritt für Schritt

Voraussetzungen sind ein aktiver Shopify-Shop, ein sevdesk-Konto mit Zugriff auf den API-Token und die Entscheidung, ob du mit Regelbesteuerung oder als Kleinunternehmer arbeitest.

Beim Einrichten gleicht zrapp deinen gewählten Steuerstatus mit den Einstellungen deines sevdesk-Kontos ab. Wählst du Regelbesteuerung, während in sevdesk der Kleinunternehmerstatus aktiv ist, bekommst du eine Warnung — bevor daraus fehlerhafte Belege entstehen.

  • zrapp im Shopify App Store installieren.
  • In den zrapp-Einstellungen auf „sevdesk verbinden“ klicken und den sevdesk-API-Token eintragen.
  • Steuerregeln festlegen: Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung, OSS-Teilnahme, Rechnungsversand.
  • Eine einzelne Bestellung von Hand übertragen und den Beleg in sevdesk prüfen.
  • Erst wenn der Testbeleg stimmt, die Automatisierung einschalten und die Prüffälle im Blick behalten.

Was an Shopify zurückfließt

Die Verbindung läuft nicht nur in eine Richtung. Nach jeder erstellten Rechnung schreibt zrapp die Belegdaten als Metafelder im Namensraum `zrapp` an die Shopify-Bestellung zurück — unter anderem Beleg-ID, Belegnummer, Status und Zeitstempel der Übertragung.

Damit siehst du direkt in der Bestellung, ob und unter welcher Nummer ein Beleg existiert. Die Felder lassen sich in Shopify Flow weiterverarbeiten, in Reports anzeigen oder aus eigenen Integrationen auslesen.

In sevdesk bekommt jeder Beleg zusätzlich ein Schlagwort nach Steuerfall — etwa Inland, Reverse-Charge, OSS, Drittland, Kleinunternehmer oder Land-XX. Damit filterst du in sevdesk direkt nach Steuertyp, was die Umsatzsteuervoranmeldung und die Abstimmung mit der Steuerberatung spürbar vereinfacht.

Gebühren und Auszahlungen: warum das Bankkonto anders aussieht

Zahlungsanbieter behalten Transaktionsgebühren ein, bevor der Betrag bei dir ankommt. Bei einer Bestellung über 100 Euro und einer Gebühr von 1,9 Prozent plus 25 Cent landen 97,85 Euro in der Auszahlung — der Beleg lautet aber über 100 Euro. Beides ist richtig.

zrapp bildet bewusst den vollen Bestellwert auf dem Beleg ab und verbucht die Gebühr nicht mit. Sie wird separat erfasst, etwa über den Kontoabgleich der Bankanbindung in sevdesk oder als eigener Aufwandsbeleg.

Dazu kommt, dass Shopify gebündelt auszahlt und nicht je Bestellung. Dass eine Auszahlung mehrere Bestellungen zusammenfasst, ist normal — die Belegreferenzen machen den Abgleich möglich.

Gutschriften und Erstattungen

Bei einer Erstattung legt zrapp automatisch eine Gutschrift über den vollen Rechnungsbetrag an — auch dann, wenn du in Shopify nur einen Teil erstattet hast.

Teilerstattungen musst du deshalb in sevdesk manuell korrigieren. Wer das nicht möchte, schaltet die automatische Gutschrift in den zrapp-Einstellungen ab und legt Gutschriften selbst an.

sevdesk oder Lexware Office?

Beide Anbieter decken den Kern ab: Belege erstellen, Umsatzsteuer zuordnen, an die Steuerberatung übergeben. Die Unterschiede liegen im Detail — Preisstruktur, Bedienung, Umfang der mobilen App und die Frage, welches System deine Steuerberatung ohnehin einsetzt.

Der letzte Punkt wiegt in der Praxis am schwersten. Wenn deine Kanzlei bereits mit einem der beiden arbeitet, ist die Entscheidung meist gefallen, bevor der Funktionsvergleich beginnt. Wer sie noch treffen muss, findet Preise und Funktionen nebeneinander in sevdesk oder Lexware Office für Shopify.

zrapp unterstützt beide. Wer Lexware Office einsetzt, findet die Einrichtung unter Shopify mit Lexware Office verbinden.

Ehrliche Grenzen

Damit du weißt, woran du bist — das leistet zrapp bewusst nicht:

  • Keine qualifizierte VIES-Prüfung: Die Reverse-Charge-Zuordnung nutzt die in der Bestellung hinterlegte USt-IdNr. Ob sie gültig ist, prüfst du beziehungsweise deine Steuerberatung.
  • Kein direkter DATEV-Transfer: zrapp erstellt Belege in sevdesk. Der DATEV-Export läuft anschließend über sevdesk selbst.
  • Nicht jeder Steuerfall automatisch: Sonderfälle sowie fehlende oder widersprüchliche Angaben bleiben Prüffälle.
  • Keine Teilgutschrift: Erstattungen erzeugen immer eine Gutschrift über den vollen Betrag.

Quellen und Prüfstand

Produktfunktionen wurden mit dem aktuellen zrapp-Code abgeglichen. Steuerliche Aussagen ersetzen keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Wie verbinde ich Shopify mit sevdesk?

Über die zrapp-App aus dem Shopify App Store: installieren, in den Einstellungen den sevdesk-API-Token eintragen, Steuermodus wählen und eine Testbestellung übertragen. Programmieren musst du nichts.

Brauche ich Entwicklerkenntnisse?

Nein. Die Verbindung entsteht über die App-Installation und das Einfügen des API-Tokens. Alles Weitere sind Auswahlfelder in den Einstellungen — Steuermodus, OSS-Teilnahme und Rechnungsversand.

Was kostet das?

zrapp kostet 6,99 US-Dollar im Monat oder 69,90 im Jahr, abgerechnet über Shopify Billing, mit 14 Tagen kostenlosem Test. Dazu kommt dein sevdesk-Abo, das du unabhängig davon bei sevdesk abschließt.

Sehe ich in Shopify, ob ein Beleg existiert?

Ja. Nach der Übertragung legt zrapp Beleg-ID, Belegnummer, Status und Zeitstempel als Metafelder im Namensraum „zrapp“ an der Bestellung ab. Diese Felder lassen sich in Shopify Flow und in Reports weiterverwenden.

Funktioniert das als Kleinunternehmer?

Ja. Ist zrapp als Kleinunternehmer konfiguriert, entstehen alle Belege ohne Umsatzsteuer und mit Hinweis auf § 19 UStG. Diese Regel hat Vorrang vor allen anderen Steuerfällen, und beim Einrichten warnt zrapp, wenn die Einstellung nicht zu deinem sevdesk-Konto passt.

zrapp Logo

Bestellungen automatisch nach sevdesk übertragen

zrapp überträgt bezahlte Shopify-Bestellungen als Beleg nach sevdesk, ordnet den Steuerfall zu und schreibt die Belegdaten an die Bestellung zurück. 14 Tage kostenlos testen.

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