Was ist der Widerrufsbutton?
Der Widerrufsbutton ist eine ständig verfügbare, digitale Funktion auf deiner Website, über die Kund:innen ihren Vertrag widerrufen können. Er ist das Gegenstück zum „Kaufen“-Klick: Wer online bestellen kann, soll genauso unkompliziert online widerrufen können.
Wichtig: Der Widerrufsbutton (§ 356a BGB) ist nicht zu verwechseln mit dem bereits seit 2022 bestehenden Kündigungsbutton (§ 312k BGB). Der Kündigungsbutton beendet laufende Dauerschuldverhältnisse (z. B. Abos), der neue Widerrufsbutton betrifft das 14-tägige Widerrufsrecht im Fernabsatz.
Rechtsgrundlage und Stichtag
Die Pflicht ergibt sich aus dem neuen § 356a BGB, mit dem Deutschland die EU-Richtlinie (EU) 2023/2673 umsetzt. In Kraft tritt die Regelung am 19. Juni 2026 — ab diesem Datum muss die Widerrufsfunktion in deinem Shop vorhanden sein.
Für wen gilt die Pflicht?
Betroffen sind alle Unternehmer, die mit Verbraucher:innen (B2C) Fernabsatzverträge über eine Online-Benutzeroberfläche — also Website, Shop oder App — schließen, bei denen ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Das trifft auf nahezu jeden Shopify-, WooCommerce- oder Shopware-Shop mit Endkunden zu.
Nicht erfasst sind:
- reine B2B-Geschäfte (Verträge ausschließlich mit Unternehmen)
- Verträge, die per Telefon, Fax oder Bestellkarte geschlossen werden
- Verträge, für die kein gesetzliches Widerrufsrecht besteht (z. B. bestimmte digitale Inhalte oder schnell verderbliche Waren)
Die Pflicht-Elemente im Detail
Damit deine Umsetzung rechtssicher ist, muss die Funktion mehrere Anforderungen erfüllen:
- Sichtbarer Button mit der eindeutigen Beschriftung „Vertrag widerrufen“ — gut auffindbar, optisch hervorgehoben und ohne Login erreichbar (auch für Gastbesteller). Mehrdeutige Begriffe wie „Stornieren“ sind unzulässig.
- Zweistufiges Verfahren: Der erste Button führt zu einer Formularseite, auf der ein zweiter Button mit „Widerruf bestätigen“ den Widerruf absendet.
- Datensparsame Eingabefelder: nur Name, Bestell-/Vertragsnummer und ein elektronisches Kommunikationsmittel (E-Mail). Ein Widerrufsgrund darf nicht abgefragt werden.
- Eingangsbestätigung: Der Shop muss dem Kunden unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. E-Mail) den Eingang bestätigen — inklusive Inhalt der Erklärung sowie Datum und genauer Uhrzeit.
- Ständige Verfügbarkeit: Die Funktion muss während der gesamten Widerrufsfrist erreichbar sein.
Was passiert bei Nichtumsetzung?
Wer die Pflicht ignoriert, riskiert Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbände sowie mögliche Bußgelder. Da die Anforderung klar gesetzlich geregelt und der Stichtag bekannt ist, ist mit einer entsprechenden Abmahnwelle zu rechnen — wie schon beim Kündigungsbutton 2022. Eine frühzeitige, saubere Umsetzung schützt dich davor.
So setzt du den Widerrufsbutton kostenlos um
Du musst das Rad nicht neu erfinden: Wir stellen einen kostenlosen, quelloffenen Widerrufsbutton bereit, der alle oben genannten Anforderungen erfüllt — zweistufiges Verfahren, korrekte Beschriftungen, Datensparsamkeit und automatische Eingangsbestätigung mit Zeitstempel.
Die Einbindung dauert wenige Minuten: registrieren, E-Mail bestätigen und das fertige Snippet in deinen Shop einfügen. Der Button funktioniert auf jeder Website — Shopify, WooCommerce, Shopware oder einer eigenen Seite. Mehr zu unserer Arbeit findest du auf der Leistungen-Seite.
