E-Rechnung

ZUGFeRD oder XRechnung: Welches E-Rechnungs-Format brauche ich?

14. Juni 2026 · 6 Min. · zrapp.group

ZUGFeRD oder XRechnung: das ist die Kernfrage, sobald du dich mit E-Rechnungen beschäftigst. Beide sind gültige E-Rechnungs-Formate nach der Norm EN 16931, unterscheiden sich aber grundlegend im Aufbau: ZUGFeRD ist ein PDF mit eingebettetem XML, XRechnung ein reines XML. Dieser Artikel erklärt nur den Unterschied der Formate, nicht die Pflicht und nicht den Empfang.

Das Wichtigste in Kürze
  • ZUGFeRD ist ein Hybrid-Format: ein lesbares PDF mit eingebettetem XML-Datensatz. XRechnung ist ein reines XML ohne sichtbare PDF-Ansicht.
  • Beide erfüllen die europäische Norm EN 16931 und gelten damit als strukturierte E-Rechnung im Sinne des Gesetzes.
  • XRechnung ist der Standard für öffentliche Auftraggeber (B2G). ZUGFeRD ist im B2B beliebt, weil Menschen das PDF weiterhin lesen können.
  • Für reinen B2B-Versand kannst du frei wählen; entscheidend ist, dass dein Empfänger das Format verarbeiten kann.

Was ist eine E-Rechnung überhaupt?

Eine E-Rechnung ist nicht einfach ein PDF, das du per E-Mail verschickst. Eine echte E-Rechnung enthält die Rechnungsdaten in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format, das Software automatisch auslesen und verbuchen kann. Maßgeblich ist die europäische Norm EN 16931, die festlegt, welche Felder in welcher Struktur vorhanden sein müssen.

ZUGFeRD und XRechnung sind beides Umsetzungen genau dieser Norm. Sie definieren denselben semantischen Datenkern: etwa Rechnungsnummer, Leistungsdatum, Steuersätze und die nach § 14 UStG geforderten Pflichtangaben. Der Unterschied liegt allein im Container, der diese Daten transportiert.

ZUGFeRD: das Hybrid-Format (PDF + XML)

ZUGFeRD steht für "Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland". Es ist ein Hybrid-Format: Die Datei ist ein ganz normales PDF/A-3, in das ein XML-Datensatz unsichtbar eingebettet ist. Du siehst beim Öffnen die gewohnte Rechnung als PDF, die Buchhaltungssoftware liest dagegen das XML im Hintergrund aus.

Genau dieser doppelte Charakter macht ZUGFeRD im B2B beliebt: Menschen können die Rechnung weiterhin am Bildschirm lesen oder ausdrucken, während Maschinen die strukturierten Daten automatisch verarbeiten. Beim automatischen Erstellen deiner Shopify-Rechnungen ist das ein praktischer Mittelweg zwischen Lesbarkeit und Automatisierung.

XRechnung: das reine XML-Format

XRechnung ist ein reines XML-Format ohne sichtbare PDF-Schicht. Öffnest du die Datei direkt, siehst du nur strukturierten Code, keine optisch aufbereitete Rechnung. Zum Anschauen brauchst du einen Viewer, der das XML in eine lesbare Darstellung übersetzt.

XRechnung ist der nationale Standard für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G) in Deutschland. Wer also an Behörden, Ämter oder andere öffentliche Stellen fakturiert, kommt an XRechnung in der Regel nicht vorbei. Im rein privatwirtschaftlichen B2B ist es ebenfalls zulässig, aber seltener gewünscht, weil die menschliche Sicht-Ansicht fehlt.

ZUGFeRD oder XRechnung: die Unterschiede auf einen Blick

Beide Formate sind technisch gleichwertig im Sinne der Norm EN 16931; die Wahl hängt vom Empfänger und vom Anwendungsfall ab. Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Unterschiede zusammen:

  • Aufbau: ZUGFeRD = PDF mit eingebettetem XML (hybrid) · XRechnung = reines XML.
  • Lesbarkeit: ZUGFeRD ist ohne Tool für Menschen lesbar · XRechnung benötigt einen Viewer.
  • Typischer Einsatz: ZUGFeRD vor allem im B2B · XRechnung als Standard für öffentliche Auftraggeber (B2G).
  • Norm: beide erfüllen EN 16931 und gelten als strukturierte E-Rechnung.
  • Dateiendung: ZUGFeRD = .pdf · XRechnung = .xml.
MerkmalZUGFeRDXRechnung
FormatHybrid: PDF mit eingebettetem XMLReines XML
Für Menschen lesbarJa (PDF-Ansicht)Nein (nur maschinell)
Typischer EinsatzB2B allgemeinRechnungen an Behörden (B2G)
NormEN 16931EN 16931
VerarbeitungPDF + strukturierte DatenVollständig automatisierbar

Welches Format solltest du als Shopify-Händler wählen?

Für den klassischen Shopify-Shop mit B2B-Anteil ist ZUGFeRD meist die pragmatischere Wahl: Deine Geschäftskunden bekommen ein lesbares PDF, ihre Software liest die strukturierten Daten aus – beide Seiten sind bedient. XRechnung wird relevant, sobald du gezielt an öffentliche Auftraggeber lieferst.

Die gute Nachricht: Ob deine Buchhaltung am Ende in sevdesk oder in Lexware Office landet, ändert nichts am Format-Prinzip. Entscheidend ist, dass dein Empfänger das gewählte Format verarbeiten kann. Im Zweifel fragst du kurz nach, oder du nutzt ein Tool, das beide Formate beherrscht und dir die Wahl pro Rechnung lässt.

Häufige Fragen

Ist ZUGFeRD oder XRechnung besser?

Keines ist generell besser, beide erfüllen die Norm EN 16931. ZUGFeRD ist als Hybrid-PDF für Menschen lesbar und im B2B beliebt, XRechnung ist reines XML und Standard für öffentliche Auftraggeber. Es kommt auf den Empfänger an.

Kann ich eine XRechnung als PDF öffnen?

Nicht direkt. Eine XRechnung ist reines XML und zeigt beim Öffnen nur strukturierten Code. Zum Anschauen brauchst du einen Viewer, der das XML in eine lesbare Rechnung übersetzt.

Ist ein normales PDF schon eine E-Rechnung?

Nein. Ein einfaches PDF enthält keine strukturierten, maschinenlesbaren Daten und gilt nicht als E-Rechnung im Sinne der Norm. Erst ein eingebetteter XML-Datensatz (ZUGFeRD) oder reines XML (XRechnung) macht daraus eine E-Rechnung.

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