Warum Shopify keinen DATEV-Export hat
Shopify ist eine internationale Verkaufsplattform. DATEV ist ein deutsches Genossenschaftsprodukt für Steuerberatung und Buchführung, mit eigenen Kontenrahmen und eigenem Datenformat.
Die Anforderungen des deutschen Marktes deckt Shopify nicht ab: kein Kontenrahmen, keine Buchungssätze, keine fortlaufenden Rechnungsnummern im steuerrechtlichen Sinn. Eine direkte Schnittstelle wäre für Shopify ein Sonderweg für einen einzelnen Markt.
Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Produktentscheidung — und der Grund, warum es diesen Zwischenschritt braucht.
Der Weg in zwei Stufen
Stufe eins: Die Shopify-Bestellungen müssen als Belege in einer Buchhaltungssoftware landen. Das geht von Hand, über einen CSV-Import oder über eine Anbindung. Ab etwa zwanzig Bestellungen am Tag wird die Handarbeit unwirtschaftlich.
Stufe zwei: Aus der Buchhaltungssoftware heraus wird nach DATEV exportiert. Sowohl sevdesk als auch Lexware Office haben dafür eine eingebaute Schnittstelle, und beide erzeugen die üblichen Formate.
Der entscheidende Punkt: Die Qualität des DATEV-Exports hängt fast vollständig an der Qualität von Stufe eins. Was dort falsch ankommt, exportiert sich anschließend sauber falsch.
DATEV Unternehmen Online
Viele Kanzleien arbeiten mit DATEV Unternehmen Online — einer Plattform, über die Mandant und Steuerberatung Belege und Buchungsdaten austauschen.
Für dich heißt das in der Regel: Du lädst Belege hoch oder exportierst sie aus deiner Buchhaltungssoftware dorthin, und die Kanzlei arbeitet damit weiter. Ob dein Steuerberater diesen Weg nutzt oder einen anderen, solltest du klären, bevor du dich für ein Exportverfahren entscheidest.
Wo es in der Praxis klemmt
Die typischen Rückfragen der Steuerberatung entstehen selten beim Export selbst. Sie entstehen davor:
- Auszahlungen als Umsatz gebucht. Shopify zahlt gebündelt aus und zieht Gebühren ab. Der Auszahlungsbetrag ist nicht der Umsatz — gebucht gehört der Bruttobetrag je Bestellung, die Gebühr separat.
- Gebühren nicht erfasst. Wer sie im Auszahlungsbetrag verschwinden lässt, verliert eine Betriebsausgabe und bekommt eine Differenz, die niemand erklären kann.
- Steuerfälle nicht getrennt. Inland, innergemeinschaftliche Lieferung, OSS und Drittland müssen unterscheidbar sein. Landen sie alle auf demselben Konto, ist die Voranmeldung Handarbeit.
- Keine eigene Rechnungsnummer. Die Shopify-Bestellnummer genügt steuerrechtlich nicht. Fehlt ein eigener Nummernkreis, fehlt die Zuordnung.
- Erstattungen nicht als Gutschrift. Eine Rückerstattung ist kein negativer Umsatz, sondern ein eigener Beleg.
Was du mit der Steuerberatung vorher klären solltest
Diese Punkte einmal am Anfang zu besprechen, spart über ein Geschäftsjahr mehr Zeit als jede Optimierung am Export.
- Welchen Kontenrahmen nutzt die Kanzlei — SKR03 oder SKR04?
- Auf welches Konto gehören die Zahlungsanbieter-Gebühren?
- Wie sollen OSS-Umsätze getrennt werden?
- Wie werden Erstattungen und Rückbuchungen behandelt?
- Wird über DATEV Unternehmen Online gearbeitet oder über einen Dateiexport?
- In welchem Rhythmus soll exportiert werden — monatlich, quartalsweise?
Wo zrapp in dieser Kette steht
zrapp deckt Stufe eins ab: Bezahlte Shopify-Bestellungen werden zu Belegen in sevdesk oder Lexware Office, mit zugeordnetem Steuerfall, einzelnen Positionen, Versand und Rabatten — und mit einer Referenz auf die Bestellung.
Stufe zwei macht zrapp nicht. Der DATEV-Export läuft anschließend über die Buchhaltungssoftware selbst. Das ist keine Lücke, sondern Arbeitsteilung: Die Schnittstelle dort ist gepflegt, eine zweite daneben wäre ein zusätzlicher Fehlerort.
Was zrapp dagegen beeinflusst, ist die Qualität dessen, was exportiert wird — Steuerfälle, Belegreferenzen und die Trennung von Rechnungsbetrag und Auszahlung. Die Einrichtung steht in Shopify mit sevdesk verbinden und Shopify mit Lexware Office verbinden.
