Bestandsaufnahme vor der Migration
Notiere Shopware-Version, Verkaufskanäle, Sprachen, Währungen und alle installierten Erweiterungen. Erfasse außerdem ERP, Lager, Versand, Buchhaltung und Marketing. Für jeden wichtigen Prozess brauchst du ein Beispiel: Standardbestellung, Rabatt, B2B-Kunde, Rücksendung oder individuelle Produktkonfiguration.
Ordne die Funktionen ein: Was muss beim Start identisch funktionieren, was darf vereinfacht werden und was entfällt? Verlasse dich nicht auf eine ähnliche Funktionsbezeichnung. Eine Preis- oder Versandregel muss mit denselben Eingaben das gewünschte Ergebnis liefern.
Exportweg und Datenzuordnung festlegen
Shopware 6 exportiert Daten über Import-/Exportprofile. Das gewählte Profil bestimmt die enthaltenen Felder; für spezielle Daten können angepasste Profile oder ein API-Export erforderlich sein. Sichere die Exporte und dokumentiere Version, Zeitpunkt und Datenumfang.
Erstelle eine Zuordnung zwischen Quellfeldern und dem Shopify-Zielmodell. Teste beispielsweise Produktnummer zu SKU, Optionen zu Varianten und Zusatzfelder zu Metafeldern. Die passende Abbildung hängt davon ab, wie die Daten später genutzt und gepflegt werden.
| Bereich | Vor dem Import klären |
|---|---|
| Produkte und Varianten | SKUs, Optionen, Bilder, Preise und Bestand |
| Kategorien und Inhalte | Kollektionen, Navigation, Seiten und Vorlagen |
| Zusatzfelder | Metafeld-Typen und Nutzung im Theme |
| Kunden | Adressen, Firmeninformationen und Einwilligungsnachweise |
| Bestellungen | Benötigte Historie, Status und Zahlungsinformationen |
| Regeln und Erweiterungen | Native Funktion, vorhandene App oder eigene Entwicklung |
Produkte und Inhalte mit einer Stichprobe testen
Beginne mit Produkten, die die Besonderheiten deines Sortiments abdecken: mehrere Varianten, mehrere Bilder, besondere Preise und zusätzliche Informationen. Vergleiche Ergebnis und Quelle, bevor du den vollständigen Katalog importierst.
Kopiere Shopware-Kategorien nicht ungeprüft in eine neue Navigation. Entscheide, welche Strukturen Kunden benötigen und wie sie in Shopify-Kollektionen abgebildet werden. Shopware-Templates und Erweiterungen sind kein direkt installierbares Shopify-Theme; Inhalte und Funktionen werden für die neue Plattform eingerichtet.
Kundenkonten und Bestellhistorie getrennt behandeln
Shopify kann Kundendaten per passender CSV übernehmen. Passwörter aus dem bisherigen System werden damit nicht migriert. Plane den Anmeldeweg: Aktuelle Shopify-Kundenkonten nutzen einen Code per E-Mail; bei älteren Kontenmodellen kann ein neuer Passwortzugang nötig sein.
Historische Bestellungen benötigen eine dafür geeignete App oder API-Lösung und werden nach Produkten und Kunden importiert. Definiere, welche Daten du wirklich brauchst. Deaktiviere im Migrationslauf unerwünschte Benachrichtigungen und Automationen, soweit der Importweg das erlaubt, damit alte Bestellungen keine neuen E-Mails oder Belege auslösen.
Preisregeln, B2B und Schnittstellen nachbilden
Lege für jede Shopware-Regel einen konkreten Testfall an. Staffelpreise, Versandbedingungen, kundenspezifische Preise und besondere Produktoptionen müssen in Shopify neu zugeordnet werden. Prüfe die aktuelle Plattformfunktion und den erforderlichen Tarif, bevor du eine Erweiterung auswählst.
Bei B2B spielen Firmen, Kataloge, Zahlungsbedingungen und interne Freigaben zusammen. Der Beitrag Shopify B2B einrichten hilft bei der Tarif- und Funktionsprüfung. Für Datenaustausch definierst du, welches System Artikel, Preise und Bestände führt; siehe Shopify mit ERP verbinden.
URLs und Inhalte vor dem Wechsel zuordnen
Exportiere wichtige Produkt-, Kategorie- und Inhaltsadressen. Ergänze die Liste um URLs mit Suchmaschinen-Traffic, internen Verlinkungen oder Backlinks. Ordne sie passenden neuen Zielen zu, statt pauschal auf die Startseite weiterzuleiten.
Shopify unterstützt URL-Weiterleitungen, deren Einschränkungen du berücksichtigen musst. Ein alter Pfad, der weiterhin eine gültige Seite ausliefert, wird nicht einfach durch einen Redirect überschrieben. Prüfe Weiterleitungen deshalb per tatsächlichem Aufruf. Passende Inhalte und Redirects reduzieren vermeidbare Verluste; Rankings können sich beim Systemwechsel trotzdem verändern.
Originalbelege und Steuerkonfiguration sichern
Ein Bestellimport ersetzt kein Archiv alter Rechnungen. Sichere Originalbelege, strukturierte E-Rechnungen und die erforderlichen Nachweise aus dem bisherigen System. Dokumentiere den Stichtag und den Zugriff auf das Archiv, bevor du Shopware abschaltest.
Steuerkonfiguration und Buchhaltung werden separat geprüft. Die neue Rechnungsnummernreihe darf keine Doppelnummern erzeugen; eine eindeutig abgegrenzte neue Reihe ist möglich. Details zur Belegverarbeitung stehen im Buchhaltungsleitfaden. Erzeuge aus importierten Altbestellungen nicht versehentlich neue Rechnungen.
Testimport, finaler Abgleich und Go-live
Vereinbare ein Umstellungsfenster und Zuständigkeiten. Nach dem Testimport prüfst du Datensätze, Preise, Bestand und die wichtigsten Bestellfälle. Vor dem Wechsel werden die seit dem Test neu entstandenen Daten nachgeführt und erneut abgeglichen.
Ein Rückfallplan muss auch Bestellungen berücksichtigen, die bereits im neuen Shop eingegangen sind. Nur DNS zurückzustellen würde diese Geschäftsvorgänge nicht automatisch zurückführen. Halte deshalb fest, wann zurückgeschaltet werden darf und wie ihr die neuen Bestellungen behandelt.
- Datenmengen und repräsentative Datensätze abgeglichen.
- Versand, Zahlung, Rabatte und Belegprozess getestet.
- Wichtige alte URLs mit Status und Ziel geprüft.
- App- und ERP-Synchronisation kontrolliert aktiviert.
- Letzte Bestands- und Bestelldifferenzen übernommen.
- Domain, HTTPS und bestehende E-Mail-DNS-Einträge geprüft.
- Support, Monitoring und Rückfallentscheidung zugewiesen.